Erfolg ist nicht nur das,
was ich für mich erreiche. Sondern auch für andere.

Devon ist IT-Spezialist und engagiert sich für eine bessere Welt.

Effektiver Altruismus: Was ist das?

Du willst etwas bewegen. Du siehst Leid, Ungerechtigkeit und Tod und fragst dich, was Du dagegen tun kannst. Als Effektive Altruist:innen beschäftigen wir uns genau damit: Wie können wir Gutes bewirken – und zwar möglichst viel davon?

Dafür verbinden wir Herz und Verstand: Wir helfen also nicht irgendwie, sondern suchen mit wissenschaftlichen Methoden die besten Möglichkeiten. Warum? Weil wir nur begrenzte Ressourcen haben. Es gilt also, unsere Zeit und unser Geld möglichst effektiv einzusetzen. Wir fragen uns: Was sind die drängendsten Probleme auf der Welt? Und was sind die wirksamsten Maßnahmen, um diese zu lösen?

Inzwischen finden sich auf der ganzen Welt Effektive Altruist:innen, die an dieser Vision arbeiten. Auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Werde Teil unserer Community!

Neu hier? Auf dieser Seite erfährst Du die Basics des Effektiven Altruismus:

1. Leben retten für Fortgeschrittene

Warum Du mehr Menschen helfen kannst, als Du denkst

2. Gut gemeint ist noch nicht gut gemacht

Warum Du beim Spenden nicht nur auf Dein Bauchgefühl hören solltest

3. Mehr Gutes fürs Geld

In diesen Bereichen bewirkt eine Spende besonders viel

4. Wie kann ich helfen?

Die vielen Möglichkeiten, im Effektiven Altruismus aktiv zu werden


1. Leben retten für Fortgeschrittene

Warum Du mehr Menschen helfen kannst, als Du denkst

Ein einzelner Mensch, der enorm viel Gutes in der Welt bewirkt? Dass es funktioniert, zeigt uns die Geschichte:

  • Norman Borlaug forschte unterstützt von der Rockefeller-Stiftung an der Züchtung von Weizen und trug damit wesentlich zur „Grünen Revolution“ bei, die Millionen von Menschen vor dem Hungertod bewahrte.
  • Stanislav Petrov verhinderte einen Atomkrieg, indem er unter Druck ruhig blieb und bereit war, Befehle zu missachten.
  • Grace Eldering, Pearl Kendrick und Loney Gordon arbeiteten während der Weltwirtschaftskrise an der Entwicklung eines Impfstoffs gegen Keuchhusten. Dieser rettete Millionen von Menschen das Leben.
  • Oskar und Emilie Schindler bewahrten etwa 1.200 jüdische Zwangsarbeiter vor der Ermordung durch Nationalsozialisten.

Diese Menschen mögen wie unerreichbare Held:innen erscheinen, die enorm mutig, schlau – oder einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren. Aber das Gute ist: Wenn sie strategisch und klug handeln, können auch ganz normale Menschen einen großen positiven Einfluss auf die Welt haben.

Stell Dir vor, Du siehst eines Tages ein Kleinkind alleine in einem brennenden Haus und rettest es aus den Flammen. Du würdest Dich zu Recht wie eine Held:in fühlen. Nun stell Dir vor, dass Dir das jedes Jahr passiert und Du im Lauf Deines Lebens dutzende Kinder retten würdest. Das klingt zu gut um wahr zu sein, entspricht aber ziemlich genau der Welt, in der viele von uns leben. Aktuelle Analysen und Berechnungen legen nahe, dass man weniger als 10% eines mittleren, deutsches Einkommen spenden muss, um zum Beispiel dem Malaria Consortium jedes Jahr zu ermöglichen, ein Kleinkind vor dem Tod zu bewahren.

Noch mehr kannst Du möglicherweise erreichen, indem Du statt oder zusätzlich zu Spenden Deine Arbeitskraft einsetzt, um direkt an den drängendsten Problemen unserer Zeit zu arbeiten. Auch gibt es neben der Entwicklungszusammenarbeit weitere Handlungsfelder, die ein eventuell noch größeres Potential bieten, mit den eigenen Ressourcen Gutes zu bewirken.


2. Gut gemeint ist noch nicht gut gemacht

Warum Du beim Spenden nicht nur auf Dein Bauchgefühl hören solltest

Wer einen Laptop kaufen will, liest Kundenbewertungen, durchstöbert Vergleichsportale oder fragt eine Freundin, um das beste Angebot zu finden. Sicher ist: Niemand kauft ein Gerät, das genauso viel kann, aber zehn Mal mehr kostet als ein anderes Modell. Doch: Sobald es darum geht, die Probleme der Welt anzugehen, sind viele Menschen erstaunlich unkritisch. Dabei gibt es gute Gründe zu glauben, dass sich die Wirkung von Hilfsorganisationen sogar noch mehr unterscheidet als die von profitorientierten Unternehmen.

Aber: Können wir Hilfsmaßnahmen vergleichen?

Verschiedene Maßnahmen zu bewerten, ist gar nicht so einfach. Wie sehr die Lebensqualität eines Menschen oder eines anderen Lebewesens tatsächlich durch die Spende steigt, hängt unter anderem davon ab, wie schlecht es ihm vorher ging. Die Wirkung, auch Impact genannt, lässt sich also oft nicht genau messen. Wird zum Beispiel eine neue Schule gebaut, ist der Output klar: Die Schule steht. Auch den Outcome können wir bestimmen: Mehr Kinder gehen zur Schule. Der Impact – ob es also den Kindern später besser geht – ist dagegen deutlich schwerer zu beziffern, da dieser Zustand von verschiedenen Einflüssen abhängt und möglicherweise nicht allein auf die neue Schule zurückzuführen ist. Trotzdem: Es braucht diese Vergleiche, damit wir anderen nicht nur irgendwie helfen, sondern so gut wie möglich und dass es schwer ist, heißt nicht, dass es unmöglich ist. So gelang es z.B. den drei Nobelpreisträgern Abhijit Banerjee, Esther Duflo und Michael Kremer mit Hilfe von randomisierten, kontrollierten Studien die Wirkung verschiedener Maßnahmen zur Armutsbekämpfung miteinander zu vergleichen.

Ein Resultat ihrer Forschungsarbeiten wird durch die folgende Grafik verdeutlicht. Sie zeigt am Beispiel von drei verschiedenen Maßnahmen, wie unterschiedlich 100 US-Dollar die Bildung von Kindern in Kenia beeinflussen können:

  • 100 US-Dollar für ein Schulgeld-Stipendium ermöglichten ca. 100 zusätzliche Tage in der Schule.
  • 100 US-Dollar für kostenlose Schuluniformen ermöglichten ca. 260 zusätzliche Tage in der Schule.
  • 100 US-Dollar für Gesundheitsprogramme zum Kampf gegen parasitäre Würmer ermöglichten ca. 5.000 zusätzliche Tage in der Schule.

Für das gleiche Geld konnte also ein bis zu 50-mal höherer Outcome erzielt werden. Der Grund: Viele Kinder können nur deshalb nicht zur Schule gehen, weil sie krank sind. Dann nützen auch Stipendien oder Schuluniformen nichts. Grund genug für Michael Kremer und Esther Duflo die Deworm the World Initiative zu gründen, wobei sie sich nicht mit der Betrachtung des Outcome zufrieden gestellt haben. So werden die Kindern seit inzwischen 20 Jahren wissenschaftlich begleitet und man konnte feststellen, dass sie auch im Erwachsenenalter signifikant höhere Einkommen erzielen als Kinder, die keine Entwurmungstabletten erhalten, sonst aber unter gleichen Umständen aufgewachsen sind.

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Nobelpreisträger Michael Kremer berichtet auf dem Effective Giving Day über seine Beiträge zur Armutsforschung


3. Mehr Gutes fürs Geld

In diesen Bereichen bewirkt eine Spende besonders viel

Die guten Nachrichten zuerst: Wir haben die Sklaverei verboten, Frauen werden seltener unterdrückt und die extreme Armut ist in den letzten Jahrzehnten massiv zurückgegangen. Jetzt die weniger guten Nachrichten: Immer noch leben über 700 Millionen Menschen von weniger als zwei Dollar pro Tag. Viele Milliarden von Tieren leiden in der Massentierhaltung und werden grausam getötet. Globale Pandemien, der Klimawandel und Technologien wie Atomwaffen oder Künstliche Intelligenz könnten in Zukunft das Leben von Milliarden von Menschen negativ beeinflussen oder gar die gesamte Menschheit vernichten. Bei so vielen Problemen gilt es, gut darüber nachzudenken, welche die drängendsten sind und wo wir am meisten helfen können.

Je klüger der Ansatz, desto größer die Wirkung.

In vielen Handlungsfeldern gibt bereits erprobte Lösungen, die eine enorme Wirkung erzielen. Zum Beispiel scheinen einige Versuche, das Leiden von Tieren zu verringern, unglaublich effektiv zu sein. So konnte eine kleine Gruppe von Aktivist:innen mit begrenzten Mitteln die Lebensbedingungen von Millionen von Hühnern in der Massentierhaltung verbessern. Alles, was es brauchte, war eine kluge Herangehensweise.

Viele Menschen wollen Gutes tun, entscheiden sich aber schon für ein Thema, bevor sie überhaupt mit einer kritischen Auswahl beginnen. Dafür gibt es viele Gründe – etwa ein persönlicher Bezug zu einem Problem, oder eine Freundin bei einer bestimmten Organisation. Wenn wir uns jedoch nur auf Themen fokussieren, die uns zufällig auffallen, übersehen wir vielleicht die wichtigsten Probleme unserer Zeit. Bleiben wir aber offen für verschiedene Problembereiche, können wir uns dort engagieren, wo wir die größte Wirkung erzielen.

Vielversprechende Handlungsfelder

In welchen Problembereichen können wir besonders viel bewirken? Um das herauszufinden, stellen wir uns unter anderem folgende Fragen:

Groß?

Können wir damit das Leben von besonders vielen Menschen oder anderen Lebewesen positiv beeinflussen?

Lösbar?

Können wir die Situation durch zusätzliche Ressourcen verbessern – weil diese in Maßnahmen fließen, die nachweislich wirksam sind?

Vernachlässigt?

Werden bisher nur verhältnismäßig wenig Ressourcen zur Lösung des Problems eingesetzt?

Davon ausgehend erscheinen mehrere Problembereiche besonders wichtig und dringend. Im Folgenden stellen wir drei vor für die sich besonders viele Effektive Altruist:innen engagieren (es handelt es ich aber keinesfalls um eine vollständige Liste):

1. Kampf gegen extreme Armut

In jedem Jahr leiden und sterben Millionen von Menschen an Krankheiten, die mit extremer Armut verbunden sind, beispielsweise an Malaria oder parasitären Würmern. Schlechte Ernährung kann zudem die geistige Leistungsfähigkeit beeinträchtigen, das Wachstum verzögern oder zu Geburtsfehlern führen.

Einen großen Teil des dadurch entstehenden Leidens können wir relativ leicht verhindern oder mildern. Schon einfache Überweisung von Geld an sehr arme Menschen ist eine relativ kostengünstige Möglichkeit zu helfen. Noch effektiver kann es sein in präventive Gesundheitsmaßnahmen zu investieren. Ein gesunder Mensch leidet nicht nur weniger und hat eine höhere Lebenserwartung: Er kann auch zur Schule oder zur Arbeit gehen und so langfristig neue Chancen für sich und seine Familie kreieren. Moskitonetze kosten zum Beispiel inkl. Kosten für die Verteilung weniger als fünf Dollar pro Stück. Sie könnten die Malariaraten deutlich senken, schätzt GiveWell, eine unabhängige NGO zur Bewertung anderer Wohltätigkeitsorganisationen.

2. Das Leiden der Tiere

Eine Nebenwirkung der industriellen Landwirtschaft ist das enorme Tierleid in der Massentierhaltung: Milliarden von Tieren müssen jedes Jahr unter unwürdigen Bedingungen leben und sterben. Auf diese Weise mit Haustieren umzugehen? Kann sich niemand vorstellen.

Die Lösung: Eine Menschheit, die vermehrt auf Tierprodukte verzichtet und neue Gesetze, für das Wohlergehen der Tiere. Diese Ziele lassen sich durch relativ günstige Maßnahmen erreichen. Und wegen der großen Zahl der betroffenen Tiere, könnte selbst ein kleiner Fortschritt in dieser Frage sehr viel Leid verhindern. Werden weniger tierische Produkte konsumiert, verlangsamt sich auch der Klimawandel, die weltweite Ernährung wird gesichert und Pandemien werden unwahrscheinlicher.

So groß das Problem der Massentierhaltung ist, so sehr wird es gerade vernachlässigt: weniger als sechs Prozent der Spenden in Deutschland gehen in den Tierschutz. Und von diesem Geld geht nur ein geringer Anteil an Organisationen, die sich für die Tiere in der Massentierhaltung einsetzen - trotz des extremen Leidens, das die Tiere dort ertragen müssen.

3. Technologierisiken und die langfristige Zukunft

Wie können wir den Planeten für künftige Generationen erhalten? Die Zahl der Menschen, die in der Zukunft existieren, ist wahrscheinlich um ein Vielfaches größer als die Zahl der heute lebenden Menschen. Dies deutet darauf hin, dass es äußerst wichtig sein könnte, dafür zu sorgen, dass das Leben auf der Erde weitergeht und dass die Menschen und andere empfindungsfähige Lebewesen in der Zukunft ein positives Leben führen können. Dürfen wir die Notlage der Armen der Welt ignorieren, nur weil sie in einem entfernten Land leben? Dürfen wir künftige Generationen ignorieren, nur weil sie heute noch nicht existieren?

Der Klimawandel und der Atomkrieg bedrohen das langfristige Überleben unserer Spezies. Viele Forscher:innen sind der Meinung, dass die Risiken von neuen Technologien wie Künstlicher Intelligenz und menschengemachten Pandemien durch gezüchtete Krankheitserreger ebenso beunruhigend sind. Auch eine natürliche Pandemie, die sich über den ganzen Globus ausbreitet, könnte das Überleben der Menschheit gefährden. Natürlich können wir heute noch nicht sagen, wie genau sich welche Technologien entwickeln oder welche Auswirkungen sie haben werden. Aber aufgrund des Ausmaßes der Zukunft könnte die Arbeit in diesem Bereich noch größere Auswirkungen haben als die Arbeit an heutigen Problemen.

Doch existenzielle Risiken werden überraschend vernachlässigt und es gibt weltweit verhältnismäßig wenige Menschen, die sich mit den Risiken durch Atomwaffen, Künstliche Intelligenz oder gezüchtete Krankheitserreger beschäftigen.

Eine überraschende Rechnung: Zusätzlich zu ihrer Krankenversicherung geben die deutschen Privathaushalte im Durchschnitt mehr als 100 Euro pro Monat aus, um sich abzusichern. Würden wir einen vergleichbaren Betrag für die Bewältigung der Risiken für die gesamte Zivilisation ausgeben, gäbe es Millionen von Menschen, die an diesen Problemen arbeiten würden, mit einem Budget von Billionen von Euro pro Jahr. Doch stattdessen geben wir nur einen winzigen Bruchteil dieses Betrags aus. Wenn wir als Individuen den Schutz vor unwahrscheinlichen, aber schrecklichen Szenarien für wichtig erachten (wie es unser Versicherungsschutz nahelegt), sollten wir nicht auch als Gesellschaft so denken und handeln?

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Professor William MacAskill darüber "Was wir der Zukunft schulden"


Weitere Themengebiete

Wie bereits erwähnt ist diese Liste besonders vielversprechender Handlungsfelder keinesfalls vollständig – und auch in weniger wichtigen Bereichen können wir noch mehr bewirken, indem wir möglichst effektive Maßnahmen auswählen. Insofern ist die Erforschung von globalen Prioritäten an sich ein wichtiges Unterfangen, denn immer wieder gibt es neue Erkenntnisse, die darauf hindeuten, dass wir in anderen Bereichen mehr bewirken können und müssen.

Zudem kannst Du viel Positives bewirken, indem Du hilfst, die Community des Effektiven Altruismus aufzubauen und zu vergrößern. Es gibt bereits mehrere Organisationen, die an diesem Ziel arbeiten. Wenn durch Dein Handeln auch andere Menschen mehr Gutes tun, kann sich Deine Wirkung noch weiter vergrößern!


4. Wie kann ich helfen?

Die vielen Möglichkeiten, im Effektiven Altruismus aktiv zu werden

Der Effektive Altruismus ist nicht nur ein philosophisch-wissenschaftliches Projekt, sondern auch eine weltweite Community, die von engagierten Mitstreiter:innen lebt. Um möglichst viel Gutes zu tun, sollten wir unsere Ressourcen Zeit und Geld nach Möglichkeit nicht verschwenden, sondern effizient einsetzen. Konkret kannst Du folgende Dinge tun:

a) Wähle eine Karriere, mit der Du möglichst viel bewirkst
b) Spende Geld an effektive Organisationen
c) Engagiere Dich in der Community des Effektiven Altruismus


a) Wähle eine Karriere, mit der Du möglichst viel bewirkst

Viele Menschen, die sich beruflich für andere engagieren möchten, wollen für eine NGO arbeiten, Ärztin oder Lehrer werden. In der Regel geht es darum, Probleme „direkt“ zu lösen. Was bei der Empfehlung solcher Berufswege aber oft nicht berücksichtigt wird, ist die Ersetzbarkeit: Die meisten dieser Jobs würden von anderen, ähnlich kompetenten Personen ausgeführt, wenn man sie nicht selbst übernehmen würde.

Deinen Lohn teilen

Um viel zu bewirken, ist es notwendig, Dinge zu tun, die sonst nicht erfolgen. Eine solche Möglichkeit ist beispielsweise das Konzept „Earning to give“: Hier geht es darum, einen (nach Möglichkeit gut bezahlten) Job zu ergreifen und einen beträchtlichen Anteil des eigenen Einkommens an effektive Organisationen zu spenden. Ersetzbar ist man dabei in der Regel nicht, weil der eigene Job sonst von einer Person ausgeübt würde, die ihr Einkommen höchstwahrscheinlich nicht an die vielversprechendsten Organisationen weitergeben würde.

Indem sie monatlich nur 250 Euro spendet, kann eine Person jedes Jahr ein Menschenleben retten. Und der gleiche Betrag kann wahrscheinlich tausenden Tieren ein Leben in der Massentierhaltung ersparen. Deshalb ist es schon mit einem für Industrieländer vergleichsweise niedrigen Einkommen möglich, extrem viel Gutes zu bewirken.

Dein Talent für das Gute

Alternativ (oder auch ergänzend) zu „Earning to give“ kannst Du direkt bei einer effektiven Organisation, in der Wissenschaft oder der Politk arbeiten. Das ist besonders dann zu empfehlen, wenn Du aufgrund Deiner eigenen Fähigkeiten und Persönlichkeit besser als andere für eine Aufgabe geeignet bis – oder diese sonst niemand anderes übernehmen würde.

So kannst Du Dich direkt engagieren:

Bei einer NGO arbeiten

Du arbeitest für eine Organisation, die sich effektiv in einem wichtigen Problembereich engagiert. Oder Du sorgst dafür, dass sich die Community des Effektiven Altruismus vergrößert oder betreibst Fundraising für andere wirkungsvolle Organisationen.

In die Wissenschaft gehen

Du erforschst Fragen, die für den Effektiven Altruismus hoch relevant sind. Es ist beispielsweise sinnvoll, dass sich mehr Leute der Prioritäten-Forschung oder der Sicherheitsforschung im Bereich der künstlichen Intelligenz widmen.

Politisch aktiv sein

Gesellschaftliche Fragen werden politisch entschieden, was nahelegt, dass die Politik einen potenziell hoch effektiven Berufsweg darstellt. Politische Ämter eröffnen unter anderem weitreichende Einflussmöglichkeiten über staatliche Ausgaben und neue Gesetze.

Du willst mehr über eine effektive Karriereplanung erfahren? Bei der Organisation 80,000 Hours findest Du viele Infos dazu – insbesondere, wenn es um den Problembereich „Langfristige Zukunft“ geht. Wer eine Karriere im effektiven Tierschutz anstrebt, kann sich von der Organisation Animal Advocacy Careers beraten lassen.

Auf den ersten Blick wirkt es für viele erfüllender, direkt in der Wissenschaft oder Politik aktiv zu sein oder für eine Organisation zu arbeiten. Die Strategie „Earning to give“ ist jedoch ebenfalls wichtig, weil viele NGOs auf Spenden angewiesen sind. Letztendlich ist Deine persönliche Situation entscheidend: welche Fähigkeiten, Erfahrungen, Optionen hast du? Und für welche Berufe kannst Du Dich begeistern? Probiere im Zweifelsfall verschiedene Möglichkeiten aus und hole Dir Feedback ein.


b) Spende Geld an effektive Organisationen

Geld an effektive Organisationen in wichtigen Problembereichen zu spenden, ist eine der einfachsten Möglichkeiten, etwas zu bewirken. Geldspenden ermöglichen es den NGOs, mehr Gutes zu tun, und können flexibler eingesetzt werden als Zeitspenden in Form von ehrenamtlicher Arbeit.

Wie viel können wir geben?

Den meisten von uns ist nicht bewusst, wie reich wir sind. Menschen, die in Deutschland, Österreich oder der Schweiz ein durchschnittliches Gehalt verdienen, gehören normalerweise zu den reichsten fünf Prozent der Weltbevölkerung. Dieser relative Reichtum stellt eine enorme Chance dar, Gutes zu tun.

Woher weiß ich, welche Organisation effektiv ist?

Es gibt einige Organisationen, die sich speziell damit befassen, die besten Spendenmöglichkeiten zu identifizieren. Sie sprechen Empfehlungen aus und untermauern diese mit wissenschaftlichen Analysen und Fakten. Im Handlungsfeld Entwicklungszusammenarbeit forscht unter anderem GiveWell über die Wirkung verschiedener Wohltätigkeitsorganisationen. Im Bereich des Tierschutzes untersucht Animal Charity Evaluators die Arbeit zahlreicher NGOs.

Die Initiativen Founders Pledge und die Effective Altruism Funds sind noch breiter aufgestellt und untersuchen auch Spendenmöglichkeiten mit einem Fokus auf die langfristige Zukunft.

Wie spende ich am besten?

Wenn Du in Deutschland lebst und Deine Spende von der Steuer absetzen möchtest, kannst Du hier auf unserer Webseite im Bereich Spenden oder über die Website effektiv-spenden.org an effektive Organisationen spenden.

Einen bedeutenden Betrag für wohltätige Zwecke spenden? Das ist oft leichter gesagt als getan. Eventuell willst Du lieber regelmäßig kleinere Summen geben. Vielleicht hilft Dir auch eine Selbstverpflichtung: Viele finden es einfacher, Vorhaben umzusetzen, wenn sie sich dazu öffentlich bekannt haben. Auf der Website der Organisation Giving What We Can findest Du eine Liste von über 5.000 Menschen, die versprochen haben, mindestens zehn Prozent ihres Einkommens an Organisationen zu geben, die die größten Verbesserungen in der Welt bewirken.


c) Engagiere Dich in der Community des Effektiven Altruismus

Der Effektive Altruismus kann und soll noch größer werden. In das Wachstum der Community zu investieren, ist deshalb wahrscheinlich eine der wirksamsten Möglichkeiten, die Welt nachhaltig zu verbessern.

So stellen wir sicher, dass immer mehr Menschen ein Bewusstsein für die größten und dringendsten Probleme der Welt haben und überlegen, wie wir diese möglichst effektiv angehen können. Dadurch nehmen auch jene Personen, die wichtige Entscheidungen treffen, die globalen Prioritäten zunehmend wahr.

Es gibt bereits eine wachsende Community des Effektiven Altruismus. Du kannst in verschiedenen Organisationen mitarbeiten oder zu einer der Lokalgruppen in Deutschland gehen. Regelmäßig finden Veranstaltungen und Konferenzen statt, auf denen Du andere Menschen treffen kannst, die sich ebenfalls dafür einsetzen, die Welt effektiv zu verbessern.

Wie geht’s jetzt weiter?

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