So viele kluge Köpfchen, aber kaum System.

Anne engagiert sich dafür, dass Bildung besser wird.

Die Anzahl der Menschen, die in extremer Armut leben, ist in den letzten Jahren gesunken. Trotzdem: Es sind noch immer 700 Millionen , die von weniger als 1,90 Dollar pro Tag leben müssen. Eine Folge davon ist, dass jedes Jahr Millionen Menschen an vermeidbaren Krankheiten wie Malaria, Tuberkulose oder Durchfall sterben – vor allem Kinder.

Im Vergleich zu Industrieländern ist das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in besonders armen Ländern zum Teil um den Faktor 100 niedriger. Es liegt also auf der Hand, dass wir dort mit den gleichen Mitteln verhältnismäßig mehr erreichen können. Für viele grundlegenden Probleme gibt es auch schon etablierte und kostengünstige Lösungen.

Insgesamt scheint der Themenbereich in den Kriterien Größe, Vernachlässigung und Lösbarkeit besonders vielversprechend, weshalb sich viele Effektive Altruist:innen hier engagieren.

Größe

Im Jahr 2015 lebten 10% der Weltbevölkerung unter der globalen Armutsgrenze – das sind über 700 Millionen Menschen. Zu ihnen zählen alle, die weniger als das Mindesteinkommen von 1,90 Dollar pro Tag zur Verfügung haben – und so ihre Grundbedürfnisse nach Nahrung, Kleidung, medizinischer Versorgung und Unterkunft nicht decken können.

In Schwellen- und Entwicklungsländern ist die Kindersterblichkeit aufgrund der extremen Armut besonders hoch: 2017 sind 5,4 Millionen Kinder gestorben, die unter 5 Jahre alt waren – die meisten von ihnen haben in diesen Ländern gelebt.

Nach Schätzungen der Weltbank wird die Zahl der Menschen, die in extremer Armut leben, zwar weiter abnehmen, jedoch langsamer als in den vergangenen Jahrzehnten. Im Jahr 2030 werden es laut Prognosen knapp 500 Millionen sein. Einige Experten halten diese Schätzung aufgrund der Covid-19 Pandemie inzwischen sogar für zu optimistisch.


Vernachlässigung

In den letzten Jahrzehnten sind vergleichsweise große Summen in die Entwicklungszusammenarbeit geflossen. Ist dieser Bereich überhaupt noch vernachlässigt? Seit den 1950er Jahren gingen allein nach Afrika Hilfsgelder im Wert von etwa 2 Billionen Dollar. Das bedeutet aber auch: Der Kontinent – mit inzwischen mehr als 1 Milliarde Einwohnern – hat in den letzten 70 Jahren weniger finanzielle Unterstützung erhalten als die neuen Bundesländer seit der deutschen Wiedervereinigung. Ein Grund dafür ist, dass eine Vereinbarung der Vereinten Nationen von 1970 bisher kaum eingehalten wurde: innerhalb von 5 Jahren wollten die Industrieländer mindestens 0,7% ihres Bruttonationaleinkommens in die Entwicklungszusammenarbeit investieren.

Zuletzt haben lediglich Schweden, Norwegen, Dänemark, Luxemburg und Großbritannien dieses Ziel erreicht. Und die deutschsprachigen Länder? Deutschland hat sein Versprechen in den vergangenen 45 Jahren nur ein einziges Mal eingehalten, die Schweiz hat angekündigt, in Zukunft weniger zu geben und mit 0,26% des Bruttonationaleinkommens unterstützt Österreich die Entwicklungshilfeleistungen am wenigsten.

Dazu kommt, dass es auch innerhalb der Entwicklungszusammenarbeit vernachlässigte Bereiche gibt. Ein Beispiel sind Gesundheitsprogramme: Langjährige Studien haben belegt, wie wirksam wir mit Impfstoffen, Antibiotika oder Nahrungsergänzungsmitteln helfen können. Doch obwohl selbst führende Kritiker der Entwicklungszusammenarbeit Gesundheitsprogramme positiv sehen, werden diese nicht ausreichend finanziert.


Lösbarkeit

Seitdem es die Entwicklungszusammenarbeit gibt, wird sie kritisiert. Statt Menschen in Not zu helfen, diene sie lediglich dem Ziel, geopolitische Interessen von Industrieländern durchzusetzen und würde korrupten Regimen helfen, an der Macht zu bleiben.

Es gibt aber nicht nur diese pauschale Kritik. Immer wieder wird sich auch differenziert mit dem Thema auseinandergesetzt – mit teilweise ähnlichen Ergebnissen. So bezeichnen etwa Intellektuelle wie Dambisa Moyo, Professoren wie William Easterly oder Nobelpreisträger wie Angus Deaton die Entwicklungszusammenarbeit in weiten Teilen als Fehlschlag.

Warum findet die Community des Effektiven Altruismus diesen Bereich dennoch wichtig? Weil wir uns auf besonders vielversprechende Programme fokussieren. Hier spielen die sogenannten Randomistas um die Nobelpreisträger:innen Esther Duflo, Michael Kremer und Abhijit Banerjee eine entscheidende Rolle.


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Nobelpreisträgerin Esther Duflo spricht darüber welche Entwicklungsmaßnahmen helfen und welche schaden

Der Name kommt von sogenannten randomisiert kontrollierten Studien (englisch: randomized controlled trial): Eine Gruppe von Menschen wird zufällig in eine Experimentalgruppe und eine Kontrollgruppe unterteilt. Während an den Mitgliedern der Experimentalgruppe eine Intervention durchgeführt wird, sie also z.B. ein Medikament bekommen, passiert dies bei der Kontrollgruppe nicht. So lässt sich danach belegen, ob es wirklich die Intervention war, die zu einer Verbesserung geführt hat – und ob keine anderen Ursachen mitgespielt haben. Außerdem kann so gemessen werden, wie groß die Wirkung ist – auch im Verhältnis zu den Kosten. Besonders beeindruckend ist ein Forschungsergebnis im ländlichen Kenia: Kinder, denen Entwurmungstabletten verabreicht werden, verbringen viel mehr Zeit in der Schule. Bezogen auf die Kosten ist diese Maßnahme bis zu 50-mal wirksamer als beispielsweise Stipendien an Mädchen.

Randomisierte kontrollierte Studien wurden seitdem auch in Bereichen außerhalb von Gesundheitsprogrammen eingesetzt. So konnte auch nachgewiesen werden, dass bedingungslose Geldtransfers an extrem arme Menschen eine positive Wirkung haben.

Dass dieses Programm wirkt und kosteneffektiv ist, haben unabhängige, wissenschaftliche Studien bestätigt. Konzentrieren wir uns auf solche Programme, ist es sehr wahrscheinlich, dass wir damit das Leben von Menschen in extremer Armut signifikant verbessern.

Was, wenn es in einem Bereich keine randomisiert kontrollierte Studie gibt? Um auch hier aktiv werden zu können, untersuchen Effektive Altruist:innen inzwischen auch Möglichkeiten, die noch ursächlicher ansetzen. Beispielsweise indem gute Regierungsführung unterstützt oder in besonders armen Ländern das Wirtschaftswachstum gefördert wird.


So kannst Du die Entwicklungszusammenarbeit unterstützen:

Spende an eine effektive Organisation
Eine Möglichkeit sich für Menschen in extremer Armut zu engagieren ist es an besonders effektive Hilfsorganisationen zu spenden. Das Institut GiveWell evaluiert seit mehr als 10 Jahren genau solche Organisationen und zeigt auf wo Du in diesem Handlungsfeld die größtmögliche Wirkung erzielen kannst. Auf unserer Spendenseite kannst Du einige dieser Organisation auch aus Deutschland und der Schweiz steuerbegünstigt unterstützen.

Mach für die ärmsten Menschen der Welt Karriere
Wenn Du Dich im Rahmen deiner Karriere gegen die Folgen der extremen Armut engagierst, kannst Du potentiell sogar noch mehr bewegen. Zum Beispiel, indem Du bei einer hoch effektiven Hilfsorganisation arbeitest oder Dich in Forschung oder Politik engagierst. Die Organisation 80,000 Hours bespricht hier ganz konkrete Berufsmöglichkeiten um in diesem Handlungsfeld aktiv zu werden.

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